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Construyendo juntxs
Peace and Gender

Gender in Friedensaktivismus und Erinnerungsarbeit in Lateinamerika

In einer partizipativen Aktionsforschung haben sich Friedens- und Genderaktivist_innen aus sieben lateinamerikanischen Ländern mit Herausforderungen und Perspektiven gendersensibler Friedensarbeit auseinandergesetzt und eine Wanderausstellung entwickelt

Das Projekt entstand aus einem "Trialog"-Workshop im Jahr 2008, bei dem sich, angeregt durch OWEN – Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung, Friedensaktivist_innen aus  Lateinamerika, dem Kaukasus und Deutschland über Ansätze und Erfahrungen aus der gendersensiblen Friedensarbeit austauschten. Auf Initiative der lateinamerikanischen Aktivist_innen erwuchs das Projekt "Construyendo Juntxs - Performing Peace & Gender". Das Projekt zielte darauf ab, einen Wissensaustausch und stärkere Vernetzung von Praktiker_innen der genderorientierten Friedensarbeit zu ermöglichen, Initiativen an der Basis sichtbarer zu machen und so ein Gegengewicht zur primär gewaltfokussierten Berichterstattung in den Medien zu schaffen.

"Frieden macht keine Schlagzeilen" heißt es oft - und tatsächlich scheint es manchmal einfacher, über sichtbare Zerstörung und Gewalt zu berichten, als über langfristige, mühsame Friedensprozesse, die in kleinen Schritten, mit viel Geduld und Ausdauer aufgebaut werden und deren Erfolge oft erst auf den zweiten Blick sichtbar sind. Dabei sind es gerade diese Beispiele, die Mut machen können und die es lohnt, zu erzählen.

In einem zweijährigen Prozess erarbeiteten die Aktivist_innen aus Kolumbien, Guatemala, El Salvador, Nicaragua, Chile, Argentinien und Kuba gemeinsam eine Wanderausstellung mit "Guten Nachrichten" aus ihrer Arbeit im Bereich Gender und Frieden. Es wurde über Gendertheorien und unterschiedliche Verständnisse von Frieden diskutiert, über feministische Praxen, Männlichkeiten und sexuelle Diversität, über Widerstand und Gewaltlosigkeit, über lokale Realitäten und globale Bündnisse. Es wurden Geschichten von Diskriminierung und Selbstbehauptung erzählt, Gegenstrategien zur herrschenden Gewalt ausgetauscht und kreative Formen entwickelt, um die Erfahrungen aus den einzelnen Regionen sichtbar zu machen.

Die Ausstellung ist das Ergebnis dieses Prozesses. Die Teilnehmer_innen des Netzwerks haben an ihren jeweiligen Orten zusammen mit anderen Frauen und Männern eigene Ausstellungsstücke erarbeitet. Ende 2010 machte sich die Ausstellung von Buenos Aires aus auf den Weg an die verschiedenen Orte ihrer Entstehung, quer über den lateinamerikanischen Kontinent bis nach San Salvador. Jeweils eine Person aus dem Netzwerk reiste als Übermittler_in zur nächsten Station, den grünen Koffer mit den Ausstellungsstücken und den Geschichten aus dem eigenen Land im Gepäck. Die Ausstellung wurde in Schulen und Universitäten, auf Dorfplätzen, in Gemeindezentren, Rathäusern oder auf dem Sportplatz eines Stadtteils aufgebaut. Parallel dazu wurden Workshops, Diskussionsforen, Straßentheateraktionen und Interventionen im öffentlichen Raum organisiert. Anschließend wurde sie auch in Deutschland gezeigt.

Die Ausstellung ist als eine stets unfertige Sammlung von kleinen und großen Geschichten unterwegs, die vielfältige Erfahrungen, Perspektiven und Initiativen zum Thema "Gender und Frieden" aus verschiedenen Regionen vereint und von den eigenen Erfahrungen und Reflexionen der Besucher_innen ergänzt werden kann.

In der begleitenden Videodokumentation erzählen die Aktivist_innen über ihre Arbeit und den gemeinsamen Prozess.

Kontakt

Nana Heidhues: nana.heidhues(a)paulofreireberlin.org 
Archana Krishnamurthy: archana.krishnamurthy(a)paulofreireberlin.org

Förderer

Das Projekt wurde gefördert durch das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes / Programm zivik.